Jülich – Tradition trifft Moderne

Jülich

Wurzeln in der Römerzeit, zugleich Standort des schnellsten Computers in Europa – diese Gegensätze kennzeichnen die Stadt Jülich. Gelegen am Flüsschen Rur im Kreis Düren, Regierungsbezirk Köln, bietet sie rund 33.000 Einwohnern eine in jeder Hinsicht attraktive Heimat mit hohem Freizeitwert.

Kernstadt und dörfliches Umland

Nur etwa die Hälfte der Einwohner Jülichs wohnt im eigentlichen Stadtgebiet. Vor allem durch die kommunale Neugliederung im Jahr 1972 kamen zahlreiche bislang selbstständige Gemeinden hinzu. Heute gehören neben der Kernstadt 15 weitere Bezirke zur ehemaligen Herzogstadt, die sich auf einer Fläche von neunzig Quadratkilometern erstreckt. Sowohl für Mieter als auch für Käufer von Immobilien bieten sich dadurch vielfältige Möglichkeiten von der Stadtwohnung bis zum Einfamilienhaus in gewachsener dörflicher Struktur mit aktivem Vereinsleben oder einem der zahlreichen Neubaugebiete. Es überwiegen gute bis mittlere Wohnlagen. Die einladenden Lebensbedingungen bei gleichzeitig guter Anbindung an wichtige Oberzentren schlagen sich zwar in steigenden Kaufpreisen nieder, bedeuten für Investoren aber auch eine attraktive Mietrendite.

Forschung und Wirtschaft

Das 1956 gegründete Forschungszentrum Jülich gehört mit knapp sechstausend Mitarbeitern nicht nur zu den großen Arbeitgebern der Region, sondern auch zu den bedeutendsten Forschungsstandorten Europas. Der Supercomputer JUWELS ist mit Stand November 2020 der schnellste Computer auf unserem Kontinent, belegt Platz 7 der Weltrangliste und ist zugleich das effizienteste System seiner Leistungsklasse. Die Fachhochschule Aachen lehrt auf dem Campus Jülich Chemie, Biotechnologie, Medizintechnik, Technomathematik und Energietechnik. Das Solar-Institut betreibt dort das Solarturmkraftwerk Jülich. Wirtschaftlich bedeutend sind zudem die zu Pfeifer & Langen gehörende Zuckerfabrik sowie die Papierfabrik Gissler & Pass. Der Wodka Moskovskaya und der Krimsekt werden für Deutschland exklusiv von Simex mit Sitz in Jülich vermarktet.

Verkehrswende inklusive

Zwei Anschlussstellen der Autobahn 44 im Westen und Osten von Jülich stellen den Anschluss zu den Großstädten Aachen und Düsseldorf sicher. Rund zwölf Kilometer südlich des Stadtzentrums verläuft die A 4 nach Köln, bequem zu erreichen über die gut ausgebaute Bundesstraße 56 in Richtung Düren.

Die Rurtalbahn übernahm 1993 die Bahnstrecke Linnich – Jülich – Düren – Heimbach von der damaligen Bundesbahn. Heute verkehren dort moderne Nahverkehrstriebwagen bis in die späten Abendstunden mindestens im Stundentakt. Damit ist der Anschluss an die Hauptbahn Aachen – Köln sichergestellt. Eine Ausweitung des Schienennetzes nach Norden und Westen, wie es bis vor einigen Jahrzehnten bestand, ist in der Planung. Die verbesserten Verbindungen nach Aachen und Düsseldorf könnten durch Mittel finanziert werden, die den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen zugutekommen. Eine Revierbahn würde Jülich mit Aachen und Düsseldorf verbinden, der von den Universitäten ins Spiel gebrachte „Braintrain“ lässt die Forschungsstandorte noch näher zusammenrücken. Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur bietet sich der Einsatz von Zügen an, die mit Wasserstoff betrieben werden. Entsprechende Probefahrten wurden Anfang 2020 erfolgreich absolviert.

Jülich verfügt zudem über große Radwege-Netze, die vor allem Naherholungsgebiete erschließen, aber auch als Alternative für Berufspendler interessant sein können. Der RurUfer-Radweg führt von der Rurquelle im Hohen Venn (Belgien) durch den Kreis Düren bis zur Mündung der Rur in die Maas (Niederlande). Auch die 370 Kilometer lange Grünroute verläuft durch drei Staaten und bietet Einblicke in die Steinkohleförderung in einem der einst größten Reviere Europas. Geschichte zum Anschauen und Anfassen gibt es bei den rund 130 Burgen entlang der als Rundkurs konzipierten Wasserburgenroute.

Geschichte und Freizeit nicht nur im Brückenkopfpark 

Die bekannteste Freizeiteinrichtung Jülichs ist der Brückenkopfpark, der auf dem Gelände der Bundesgartenschau 1998 entstand. Zoo, Abenteuerspielplätze, Kulturpavillon und der Brückenkopf aus napoleonischer Zeit laden zu Spaß und Spannung ein. Im Pulvermagazin aus dem Jahr 1811 traut der Standesbeamte Paare, die sich einen außergewöhnlichen Ort für ihre Eheschließung aussuchen. Weitere Zeugen der Stadtgeschichte sind die Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert, der Hexenturm und das Aachener Tor. Die Stadtbefestigung und der Löwe, Wappentier des Herzogtums Jülich, bilden Stadtwappen und Banner.