Die Unterschiede moderner Heizungssysteme

Fit für die Energiewende: Die Unterschiede moderner Heizungssysteme

Sie sind auf der Suche nach der Traumimmobilie oder dem perfekten Anlageobjekt?

Keine Frage: Kriterien wie Lage, Wohn- und Grundstücksfläche oder Baujahr sind wichtig. Aber ein Punkt bekommt nicht immer die Aufmerksamkeit, die ihm mittlerweile zustehen sollte: das Energiekonzept der Immobilie.

Spätestens seit 2014 gibt der Energieausweis Auskunft über den energetischen Zustand eines Gebäudes. Aber erst in jüngster Zeit, angesichts von CO2-Bepreisung und steigenden Energiekosten rückt dieser Punkt ins Zentrum des Interesses bei Suchenden und dadurch folglich auch bei Anbietern von Immobilien.

Auch bei der Wohnbau Genossenschaft, Ihrem Immobilienmakler in Jülich, wird auf den energetischen Zustand der angebotenen Objekte geachtet.

Zeit also, sich näher mit dem Energiekonzept von Immobilien, speziell mit modernen Heizsystemen zu beschäftigen und dem Kenntnisstand mit einem Update auf die Sprünge zu helfen.


Welche Heizungssysteme gibt es

 

Das Ziel ist klar: Gebäude-Energie-Gesetz (GEG)

Für das Verständnis moderner Heizsysteme ist es hilfreich, etwas weiter auszuholen und vorab einige Begriffe zu erläutern, die nicht immer im richtigen Zusammenhang zueinander erscheinen.

Richtschnur beim Neubau und der Gebäudesanierung ist das Gebäude-Energie-Gesetz (GEG). Das ehrgeizige Ziel dieser Norm: Klimaneutralität sämtlicher Gebäude in Deutschland bis zum Jahr 2050.

Es kursieren Begriffe wie Niedrigenergiehaus, Nullenergiehaus oder gar Plusenergiehaus, um das Energiekonzept eines Gebäudes zu beschreiben.

Tatsächlich sollten Sie diese Begriffe nicht in einen Topf werfen: Niedrig- und Nullenergiehaus klassifizieren den sparsamen Verbrauch bei Heizung und Warmwasser.

Ein Plusenergiehaus verfolgt hingegen das Ziel, im Jahresmittel aus sich heraus eine positive Energiebilanz im Sinne des GEG zu erzielen. Dabei wird jede Form des Energieverbrauchs in der Bilanz berücksichtigt, eben nicht nur die Energie zur Wärmeerzeugung.

Während Niedrig- und Nullenergiehäuser jede Form von Primärenergie heranziehen dürfen, darf ein Plusenergiehaus nur auf regenerative Energiequellen zurückgreifen.

Entpuppt sich das vermeintliche Traumobjekt als Plusenergiehaus, dann sagt diese Information nicht unbedingt etwas über die Energieeffizienz des Heizungssystems aus.

Beim Thema moderner Heizungsanlagen helfen in erster Linie die Begriffe Niedrigenergiehaus und Nullenergiehaus weiter.

Welche Heizungssysteme gibt es?

Das Feld der Heizungssysteme ist weit und unübersichtlich. Nicht jede Heizung passt in jedes Energiekonzept aus energetischer Sicht die beste Heizung findet sich übrigens in einem Nullenergiehaus: nämlich gar keine!

Sofern wir in diesem Beitrag von Heizungssystem sprechen, so meinen wir damit ein System der Wärmeerzeugung, dass umweltfreundlich sowohl dem Heizen als auch der Warmwassererzeugung dient.

Nachfolgend stellen wir nur zukunftsfähige Heizsysteme systematisch nach Energiequelle dar.

Heizungssysteme auf Basis erneuerbarer Energie

Photovoltaik

Die Photovoltaik ist kein Heizsystem, denn sie erzeugt keine direkte Wärme. Erwähnung findet sie hier, weil sie in einem regenerativen Heizsystem, beispielsweise im Rahmen eines Plusenergiehauses als Vorstufe dient. Sie treibt eine Wärmepumpe an, welche dann wiederum als eigentliche Heizung die Wärme erzeugt.

Wärmepumpe

Als regeneratives Heizungssystem wird die Wärmepumpe mit Strom aus Photovoltaik oder gar Windkraft betrieben. Idealerweise liegen diese Stromquellen direkt am Gebäude an. Eine hauseigene Windkraftanlage dürfte oftmals jedoch dem Bau- und Planungsrecht zum Opfer fallen.

Anders als zu vermuten wird aber nicht die Stromquelle als direkte Wärmequelle umgewandelt, also als Energielieferant für die Wärmeproduktion genutzt. Vielmehr ermöglicht der regenerative Strom nur den Betrieb von Pumpen und Kompressoren der Wärmepumpe. Diese funktioniert dann nach dem umgekehrten Prinzip unseres Kühlschranks und entzieht je nach Betriebsart ihrem Medium die Wärmeenergie. Dieses Medium können die Außenluft sein, die Bodenwärme oder sogar das Grundwasser. Selbst bei sehr niedrigen Temperaturen des Mediums werden erstaunliche Resultate erzielt. Die Kälte der Innenräume wird durch die Restwärme des Mediums ersetzt.

Ein weiterer Vorteil der Wärmepumpe: Anders als ihr Name verrät, lässt sich das Prinzip auch umkehren. So kühlt sie im Sommer Innenräume. Sie haben also Heizung und Klimaanlage in einem Gerät.

Solarthermie

Zu unterscheiden von der Photovoltaik ist die Solarthermie. Hier wird Wärmeenergie direkt der Sonneneinstrahlung entzogen. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme in einen Wassertank übertragen und dient so der Warmwassererzeugung und dem Heizsystem. Hierbei wird kaum Energie benötigt, um die Wärme zu gewinnen.

Nachteil: Das System funktioniert nur bei Sonnenschein. Ein gut isolierter Wassertank dient aber als Pufferspeicher und kann so die gewonnene Wärme über lange Zeit vorhalten.

Grüner Wasserstoff

Denkbar in Heizungssystemen ist auch der Einsatz von grünem Wasserstoff. Grün, weil er im Vorgang der Elektrolyse unter Einsatz regenerativer Energiequellen aus Sonne oder Wind erzeugt wurde.

Hier kommen alle strombetriebenen Heizsysteme in Frage, da der Wasserstoff letztendlich nur ein Energiespeicher für regenerativ erzeugten Strom ist. Über eine Brennstoffzelle wird die im Wasserstoff gespeicherte Energie wieder in Strom umgewandelt. Darunter leidet allerdings die Energieeffizienz, da durch die Umwandlung viel Energie verloren geht. Effizienter als Energiespeicher sind Akkus und Batterien, wie sie gerade von der Fahrzeugtechnik kommend in der Gebäudetechnik Einzug halten.

Ob sich ein Heizungssystem auf Wasserstoff-Basis durchsetzen wird, ist fraglich. Hohen Investitionskosten steht eine ungünstige Energieeffizienz gegenüber. Durchsetzen könnte sich die Wasserstofftechnologie in Blockheizkraftwerken.

Heizungssysteme auf Basis CO2-neutraler Primärenergie

CO2-neutrale Primärenergie verbraucht CO2 beim Verbrennungsprozess. Dieses CO2 stammt jedoch nicht aus fossilen Quellen, sondern aus Biomasse entnommenen Kohlenstoffverbindungen.

Hier wird der Energiekreislauf von CO2-Entzug aus der Atmosphäre durch Photosynthese der Pflanzen und anschließender Freisetzung im Verbrennungsprozess eingehalten. Zusätzliches CO2 durch fossil eingelagerte Brennstoffe wird nicht erzeugt. Die Bilanz bleibt daher ausgeglichen.

Pelletheizung

Auf klassischem Wege werden Holzpellets in einem Brennofen in Wärmeenergie verwandelt.
Die Holzpellets bestehen in der Regel aus gepressten Holzabfällen wie Späne. Durch eine Normgröße der Pellets können diese in modernen Heizsystemen vollautomatisch der Brennkammer je nach Energiebedarf zugeführt werden. Das ist auf diese komfortable Weise mit keinem anderen Festbrennstoff möglich.

Daher eignet sich die Pelletheizung sowohl für kleine Öfen in Wohnungen, die gelegentlich per Hand nachgefüllt werden, als auch zur Beheizung von Wohnanlagen mit großen Lagerräumen für den Brennstoff.
Interessant wird die Pelletheizung bei der Umrüstung von Ölheizungsanlagen. Dort, wo früher große Öltanks viel Platz in Anspruch nahmen, können problemlos Lagerräume für einen großen Pelletvorrat entstehen.

Holzöfen

Eher als Zusatzheizung für die Übergangszeit dienen klassische Kaminöfen, sofern diese die strengen Abgasnormen hinsichtlich der Feinstaubbelastung noch erfüllen. Dieses Heizungssystem kann mehr als nur eine schöne Atmosphäre in die Wohnzimmer zu zaubern. Vielmehr können moderne Kaminöfen durch Anschluss an einen Wasserkreislauf ihre Wärmeenergie einem Pufferspeicher zuführen und dadurch nicht nur die Raumluft direkt erwärmen, sondern ebenso Warmwasser und Heizung.

Heizsysteme auf Biogas-Basis: Blockheizkraftwerke

Der Brennstoff Biogas führt als Primärenergieträger noch immer ein Nischendasein. Meist wird er vorrangig in landwirtschaftlichen Betrieben für die Energieversorgung genutzt.
In der Gasbrennwerttechnik ist der Einsatz in reinen Heizsystemen denkbar. In der Regel wird hier aufgrund des günstigeren Brennwertes aber der fossile Brennstoff Erdgas bevorzugt.

Ein interessantes Anwendungsfeld für Biogas sind hingegen Blockheizkraftwerke für Mehrfamilienhäuser, Wohnanlagen und größere Gewerbeobjekte. Hier wird sehr energieeffizient neben Strom gleichzeitig auch Wärme zum Heizen erzeugt.

Heizungssysteme auf Basis fossiler Brennstoffe

In einer Welt, die auf dem Weg in die Klimaneutralität ist, sollten Heizsysteme auf Basis fossiler Brennstoffe keine Rolle mehr spielen. Zum einen, weil sie die Atmosphäre mit zusätzlichem CO2 belasten und andererseits, da sie in absehbarer Zeit aus politischen Gründen zu hohe Energiekosten verursachen werden.

Zumindest aber gasbetriebene Heizungssysteme werden in einer Übergangsphase als Brückentechnologie über Jahrzehnte noch unverzichtbar bleiben. Heizöl und Kohle hingegen sind absolute Auslaufmodelle und werden an dieser Stelle nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Moderne Gas-Brennwerttechnik
Angesichts der steigenden CO2-Bepreisung kann ein fossiler Brennstoff nur dann zukunftsfähig bleiben, wenn er in einem extrem energieeffizienten Heizungssystem verwendet wird.
Diese Voraussetzung erfüllt die moderne Gas-Brennwerttechnik. Hier wird annähernd die gesamte Energie des Verbrennungsprozesses genutzt. Selbst die Restwärme in den Abgasen wird dem Heizungssystem noch zugeführt.

Die Gas-Brennwerttechnik lässt sich sogar bei einem Neubauvorhaben noch gut in ein gesamtenergetisches Konzept einbinden. Hier spielt die moderne Brennwerttechnologie ihre Vorteile aus in einer Kombination aus der Verwendung von Flächenheizungen mit niedriger Vorlauftemperatur, Verwendung moderner Baustoffe, einer guten Wärmedämmung und einem Belüftungssystem mit Wärmerückgewinnung.

Die Kombination verschiedener Energiequellen

Um zunächst bei der Brennwerttechnologie zu bleiben: Diese lässt sich optimal mit der Solarthermie kombinieren.

Grundsätzlich ist eine Kombination verschiedener Wärmequellen gut möglich, wenn als zentrales Element des Heizungssystems ein isolierter Warmwassertank als Pufferspeicher dient. So können praktisch alle zuvor erwähnten Wärmeproduzenten unabhängig voneinander in dieses System einspeisen.

Weniger kompatibel sind die stromerzeugenden Heizungssysteme, sofern sie auf eine Zwischenspeicherung der erzeugten Wärmeenergie verzichten.

Der Vergleich verschiedener Heizungssysteme

Es wird dem (zukünftigen) Immobilieneigentümer nicht gerade leicht gemacht, verschiedene Heizungssysteme hinsichtlich ihrer Effizienz miteinander zu vergleichen.
Die Wohnbau Genossenschaft, Ihr Immobilienmakler in Jülich, hilft Ihnen bei einem objektiven Vergleich.

Bei Heizungssystemen, die Brennstoffe als Primärenergieträger nutzen, gibt es drei Begriffe, die einen Vergleich erleichtern:

Heizwert

Der Heizwert gibt die Wärmemenge an, die man maximal durch Verbrennung eines Energieträgers nutzen kann.

Brennwert

Dieser Wert berücksichtigt bei der Verbrennung eines Energieträgers nicht nur den reinen Heizwert, sondern auch die durch Kondensation der Abgase gewonnene Energie. Daher spricht man auch von Brennwerttechnik.
Gerade beim Verbrennen verschiedener Gase, wie Erdgas, Stadtgas, Flüssiggas oder Biogas werden sehr unterschiedliche Brennwerte erzielt. Dies hängt mit dem Wasserstoffgehalt des Energieträgers zusammen, der die Energieerzeugung aus der Kondensation unterschiedlich effizient macht.

Wirkungsgrad

Dieser Wert zeigt, wie effizient ein Heizungssystem einen Brennstoff umsetzt.
Viele Hersteller in der Brennwerttechnologie werben mit dem Kunststück, einen Wirkungsgrad von über 100% zu erzielen. Das gelingt, wenn zu dem Heizwert einfach die Wärmegewinnung durch die Kondensation addiert wird. Das hört sich gut an, aber auch so lassen sich die Grenzen der Physik nicht überwinden; mehr als 100% ist nicht möglich.

Welche Staatliche Fördermöglichkeiten gibt es?

Wenn Sie beabsichtigen, Ihre Heizung zu erneuern, relativieren sich die hohen Investitionskosten angesichts der staatlichen Fördermöglichkeiten. Fragen Sie Ihren Immobilienmakler in Jülich von der Wohnbau Genossenschaft nach weiteren Details. Nachfolgend finden Sie einen Überblick.

Förderprogramme in Form günstiger Kredite oder gar von Zuschüssen bieten:

-die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), beispielsweise mit dem KfW-40-Plus-Förderprogramm
-das Amt für Ausfuhrkontrolle (AfA)
-Förderprogramme auf Landesebene

Zu beachten ist hierbei, dass zinsgünstige Förderkredite insbesondere der KfW als Durchleitungskredite über Banken vergeben werden. Der Weg führt also nicht direkt zur KfW, sondern zum Finanzierungsberater.

Ganz wichtig ist, dass Sie den Antrag auf Förderung vor dem Kauf der neuen Heizungsanlage stellen.

Eine alternative Fördermöglichkeit bietet sich für Eigentümer einer Bestandsimmobilie, die älter als zehn Jahre ist:
Bei einer energetischen Sanierung kann über das Finanzamt ein Steuerbonus von 20% der Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 40000 Euro in Anspruch genommen werden.

Beachten Sie, dass Ihr Immobilienmakler in Jülich nur allgemein über steuerliche Förderungen informieren kann. Im konkreten Einzelfall ist eine Beratung beim Steuerberater erforderlich.

Fazit:

Wir hoffen, dieser Beitrag konnte Ihnen den Einstieg in das komplexe Thema moderner Heizungssysteme erleichtern und einen Überblick verschaffen.

Viele weitere Aspekte sind beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie zu bedenken.

-Sie planen, Ihre Immobilie zu verkaufen und diese zuvor durch eine Investition, beispielsweise in eine moderne Heizung, für den Markt noch attraktiver zu machen?

-Sie sind auf der Suche nach dem perfekten Objekt und wollen noch mehr darüber erfahren, worauf Sie dabei achten sollten?

Die Wohnbau Genossenschaft, Ihr Immobilienmakler in Jülich, berät und begleitet Sie kompetent bei Kauf oder Verkauf Ihrer Immobilie. Kontaktieren Sie uns gerne.